
Weltweit leben über eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Im globalen Median stehen gerade einmal 13 Fachpersonen für psychische Gesundheit pro 100.000 Menschen zur Verfügung – in ärmeren Ländern deutlich weniger. Der Bedarf an therapeutischer Versorgung wächst, das Angebot hält nicht mit. Gleichzeitig ist das Thema so präsent wie nie: Social Media und Streaming-Serien haben dazu beigetragen, dass zumindest für jüngere Menschen der Weg zur Therapie gangbarer geworden ist. In China werden Therapeut:innen im Eiltempo ausgebildet, in Nigeria erproben Menschen KI-Chatbots als niederschwelligen Einstieg in psychische Begleitung.
Doch oft ist der Zugang zu einer Therapie keine Frage des Wollens, sondern des Geldbeutels, der Herkunft, des Geschlechts. In Österreich gilt Psychotherapie immer noch als Luxus, den sich nicht alle leisten können. Was das konkret bedeutet, welche Rolle Klassismus, Rassismus und Sexismus in der psychischen Gesundheitsversorgung spielen und wie es Menschen weltweit geht, die Unterstützung brauchen, darum geht es in diesem Dossier.
Redaktion: Monika Schneider-Mendoza
Die Bildserie „Acts of Appearance“, die dieses Dossier illustriert, stammt von der indischen Fotografin Gauri Gill. Gemeinsam mit indigenen Künstler:innen in Maharashtra ließ Gill traditionelle Masken neu interpretieren. Statt Götter und Dämonen zeigen die Masken heute Menschen, Tiere und Emotionen aus dem modernen Alltag. Die Serie ist auch in Buchform in der Edition Patrick Frey, Zürich, erschienen.
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